Vorbereitungen für die Winterpause im Garten

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, langsam kehrt Ruhe in der Natur und unseren Gärten ein. Bevor der Winter Einzug hält und wir das Gartenjahr geruhsam ausklingen lassen, ist noch der eine oder andere Handgriff zu tun. Gleichzeitig ist zugunsten der Tierwelt auch ein wenig Nachsicht bei der Ordnungsliebe gefragt.      

„Wenn es um Winterschutz im Garten geht, ist weniger oft mehr. Laubhaufen, abgeblühte Staudenstängel und reife Samen, Fruchtstände und Beeren bieten unseren Nützlingen Unterschlupf und wertvolle Nahrung in der kargen Winterzeit“, erklärt DI Katja Batakovic, Fachliche Leiterin der Aktion „Natur im Garten“.

To-do-Liste: Garten winterfit machen

  • Außenwasserhähne von innen absperren, Hahn öffnen und Restwasser auslassen
  • Gartenschlauch entleeren, aufrollen und frostfrei lagern
  • Anbauteile wie Schlauchkupplungen demontieren und frostfrei lagern
  • Regentonnen und Gießkannen ausleeren und umgedreht lagern
  • Eisfreihalter oder Schilfbündel im Teich einsetzen
  • Teichpumpe fachgerecht einwintern
  • Hohle Pflanzenstängel im Teich stehen lassen, um Sauerstoffaustausch zu ermöglichen
  • Gewächshausrundgang: gibt es Bereiche, die zusätzlicher Isolation bedürfen? Frostwächter bereitstellen, bereits eingewinterte Pflanzen auf Schädlings- oder Krankheitsbefall überprüfen
  • Dachrinnen reinigen, Laubfanggitter einsetzen
  • Gartenmöbel und Dekoration reinigen und abdecken oder geschützt lagern
  • beim letzten Mähdurchgang, oder mit dem Rechen, Laub vom Rasen entfernen
  • Rasenkanten bei Bedarf noch einmal abstechen
  • Laub unter Hecken verteilen, empfindliche Pflanzen mit Laub mulchen
  • Rosen bis zur Veredelungsstelle anhäufeln
  • Winterharte Kübelpflanzen wind- und wettergeschützt an einer schattigen Stelle an der Hausmauer auf Brettern zusammenstellen, bei Bedarf mit zusätzlichem Kälteschutz versehen
  • Stammanstrich oder Stammschutz, um Frostschäden an Jungbäumen vorzubeugen, bei Bedarf Stammschutz gegen Wildverbiss
  • Fruchtmumien entfernen, nicht kompostieren
  • Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemittel trocken und frostfrei lagern
  • Gartengeräte reinigen, warten, pflegen und einlagern
  • Akkus von Gartengeräten laut Herstellerangabe laden und im Haus verwahren
  • Splitt oder Sand zum Streuen für Wege und Zufahrten bereitstellen

Im Winter ein Zuhause für Bienen schaffen

Wildbienen, zu denen übrigens auch die Hummeln gehören, bestäuben über 60% unserer Kulturpflanzen. Nützlinge sind also nicht nur ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Ökosystems unserer Gärten, sondern für uns Menschen von unverzichtbarem Wert. Jetzt im Winter ist die ideale Zeit, um Wildbienen und anderen Nützlingen ein Heim für die kommende Gartensaison vorzubereiten.

„Für bestimmte Wildbienenarten sind unbewachsene Stellen wichtig, da sie in der Erde brüten. Sie können im Garten solche Flächen mit ungewaschenem Sand leicht nachbauen. Auch leere Schneckenhäuser werden von diversen Wildbienenarten genutzt, belassen Sie diese einfach an Ort und Stelle“, erklärt Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“: „Alternativ können Sie für andere Arten markhaltige Stängel senkrecht in die Erde stecken oder für Halmbewohner Konservendosen zu einem bienenfreundlichen Zuhause recyceln.“

Für den Bau eines einfachen Wildbienenhotels benötigen Sie eine saubere, mindestens 10 Zentimeter tiefe Konservendose und hohle Pflanzenhalme mit einem Durchmesser von drei bis neun Millimetern, wie z.B. Schilfhalme. Kürzen Sie die Stängel mit einer scharfen Gartenschere glatt auf die Länge der Dose ein. Ein sauberer Schnitt ist unbedingt notwendig, da sonst die Flügel der Wildbienen verletzt werden können. Befüllen Sie die Dose so dicht wie möglich mit den Stängeln. Achten Sie darauf, nur hohle und intakte Stängel zu verwenden. Die Dose kann dekorativ mit Jute umwickelt werden. Das Dosenhotel unbedingt vor Wind, Wetter und direkter Sonneneinstrahlung geschützt, am besten mit der Öffnung leicht nach unten geneigt aufhängen. Diese Nützlingsunterkunft findet auch auf Balkon und Terrasse leicht Platz. Ergänzen Sie das Angebot für Nützlinge mit einer standortgerechten Bepflanzung an ganzjährig verfügbaren, ungefüllten Blüten im Umkreis von 200 Metern rund um die Nützlingsunterkunft. Nisthilfen ohne Nahrungsangebot im näheren Umfeld werden sonst in der Regel nicht besiedelt. Markhaltige Stängel von Stauden und Sträuchern stellen im Naturgarten wertvolle Nistmöglichkeiten dar. Lassen Sie diese Elemente deshalb bis ins späte Frühjahr im Garten stehen.


Trauermücken ökologisch in Schach halten

Im Herbst, insbesondere wenn unsere Kübelpflanzen zur Überwinterung ins Haus kommen, sind nach wenigen Tagen oft kleine, schwarze Mücken rund um die Pflanztöpfe von Zimmer- und Kübelpflanzen zu beobachten. Dabei handelt es sich meist um Trauermücken, die emsig um die Pflanzen schwirren, um in der Erde ihre Eier abzulegen. Die ausgewachsenen Tiere sind nur als Lästlinge einzustufen. Die weißlichen, beinlosen Larven, welche nach etwa einer Woche aus den abgelegten Eiern schlüpfen, ernähren sich jedoch unter anderem von Pflanzenwurzeln im Boden. Jungpflanzen, Stecklinge und frische Wurzeln älterer Pflanzen können dadurch Schaden nehmen. Durch das rechtzeitige Setzen ökologischer Maßnahmen können Trauermücken jedoch gut in Schach gehalten werden.

„Die Lebensdauer von Trauermücken ist mit fünf Tagen relativ kurz. In dieser Zeit können die weiblichen Tiere jedoch bis zu 200 Eier produzieren, welche sie im feuchten Pflanzsubstrat ablegen. Setzen Sie rasch ökologische Maßnahmen, um die Vermehrung zu unterbinden“, erklärt Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“.

· Dauerhaft feuchte Erde schafft ideale Bedingungen für die Eiablage. Gießen Sie, soweit dies für die Pflanze erträglich ist erst, wenn die Erde oberflächlich bereits abgetrocknet ist.

· Bedecken Sie das Substrat oberflächlich mit einer Sandschicht, z.B. Quarz- oder Ziersand. Das hindert die Trauermücken an der Eiablage.

· Reduzieren Sie die Zahl der Mücken indem Sie diese regelmäßig rund um die Töpfe mit dem Staubsauger absaugen.

· Stecken Sie Gelbtafeln oder Gelbstecker in die Erde, um die erwachsenen Tiere abzufangen.


Farbenfrohe Pflanzen für die Adventszeit

Der Weihnachtsstern ist eine beliebte Pflanze in der Vorweihnachtszeit. „Natur im Garten“ erklärt, welche Pflege diese Zimmerpflanze braucht, wie der richtige Standort beschaffen sein soll und worauf Sie achtgeben müssen. Neben dem klassischen Rot gibt es Weihnachtssterne mittlerweile auch in creme-, lachs- und pinkfarbenen Züchtungen.

Weihnachtssterne bringen mit ihren kräftig roten Hochblättern Farbe in das winterliche Wohnzimmer. Die richtige Pflege beginnt bereits beim Weg in die eigenen vier Wände, wie Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“ erklärt: „Achten Sie beim Transport darauf, die Pflanze gut und geschützt einzupacken, denn sonst könnten die kalten Temperaturen Schäden an den Blättern anrichten. Der Weihnachtsstern benötigt einen hellen Standort, direkte Sonne und Trockenheit behagen ihm aber nicht. Gießen Sie regelmäßig, jedoch sparsam und am besten immer dann, wenn die oberste Erdschicht leicht angetrocknet ist. Die Temperatur sollte in etwa 18 bis 22 °C betragen. Vermeiden Sie kalte Zugluft, etwa beim Lüften.“ Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, können Sie eine Schale mit Wasser neben dem Weihnachtsstern aufstellen.

Alternative: Weihnachtskaktus

Der Weihnachtskaktus ist ebenso beliebt und in kräftigem Pink oder zartem Weiß erhältlich. Er liebt einen kühlen, hellen und luftfeuchten Standort, aber keine direkte Sonne. Stellen Sie ihn z.B. nicht von einem Nord- zu einem Südfenster um, denn das behagt ihm gar nicht und er kann auf solche abrupten Standortwechsel mit Knospenfall reagieren. Damit uns der Weihnachtskaktus auch pünktlich zur Weihnachtszeit mit seinen Blüten erfreut, benötigt er ab September eine Ruhephase von etwa 4 Wochen. Während dieser Zeit wird die Pflanze kaum gegossen. Gießen Sie mit möglichst kalkfreiem Wasser gerade so viel, dass die Kakteenglieder nicht verschrumpeln. Viele Sorten benötigen während der Ruhephase zusätzlich einen kühlen Standort zwischen 15 und maximal 20 °C. Sobald die Blütenknospen sichtbar sind, wird wieder normal gegossen. Weihnachtskakteen wollen - ausgenommen in den Ruhephasen nach der Blüte und im Herbst - gut gegossen werden und mögen keine trockene Heizungsluft. Am besten gedeihen sie in einem durchlässigen Substrat, aus dem das Wasser gut abfließen kann, damit Staunässe vermieden wird. „Natur im Garten“ empfiehlt über den Sommer eine regelmäßige, aber dennoch moderate organische Flüssigdüngung.


Vogel-Futterglocke selbstgemacht

Der Winter zieht ins Land, die Vogelhäuschen und Futtersilos sind schon reich gefüllt und die zwitschernde Schar umflattert emsig das willkommene Futterangebot. Eine gute Gelegenheit, um das muntere Treiben zu beobachten und sich ein wenig in der Vogelbestimmung zu üben. So kommen z.B. Kohlmeisen und Kleiber gerne zu Futterglocken. Ein besonderer Leckerbissen ist die Kombination aus gehaltvollen Sämereien und Fett, denn sie liefert reichlich Energie. Für die Herstellung einer Futterglocke kann der Powersnack einfach in einen Tontopf gefüllt werden. Die selbst gemachte Jausenstation ist eine schöne gemeinsame Bastelei für das Adventwochenende und die anschließende Vogelbeobachtung bietet Kindern ein großartiges Naturerlebnis.

„Die größte Freude machen Sie unseren gefiederten Gartengästen, wenn Samenstände, wie beispielsweise jene der Wilden Karde, den Winter über stehen bleiben. Die Karde ist beim Stieglitz besonders beliebt, weshalb er auch Distelfink genannt wird“, erklärt Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“.  

Die benötigten Utensilien: ein Tontopf von sechs Zentimetern Durchmesser mit Abzugsloch, eine dicke Schnur oder Kordel aus Naturmaterial, ein am oberen Ende gegabelter Zweig (die Zweigenden sollten etwa zehn Zentimeter aus dem Topf ragen, damit die Vögel eine gute Ansitzmöglichkeit haben), 125 Gramm Rindertalg oder Bio-Kokosfett, fünf Esslöffel geschälte Sonnenblumenkerne, 15 Esslöffel feine Haferflocken, zwei Esslöffel ungeschwefelte Rosinen und ein Schuss Speiseöl. Befestigen Sie die Schnur mit einem dicken Knoten am Zweig, ziehen Sie diese durch das Abzugsloch und verschließen Sie die Oberseite des Lochs ebenso mit einem Knoten. Schmelzen Sie das Fett bei niedriger Temperatur (Überhitzter Rindertalg entwickelt einen unangenehmen Geruch!), lassen Sie es anschließend etwas abkühlen und geben Sie dann die restlichen Zutaten hinzu (auch Haselnussbruch, Hirse, Hanf, oder Leinsamen eignen sich). Nach kurzem Abkühlen (es bildet sich eine milchige Haut) kann die Masse dicht in den Tontopf gefüllt werden und im Kühlschrank aushärten. Hängen Sie die Futterglocke erst bei Frost, katzensicher in zwei bis drei Metern Höhe an einem schattigen Platz auf, damit sich der Inhalt an warmen Tagen nicht erwärmt und herausfällt.


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